PS-10 Plattenspieler Tonarm rutscht

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PS-10 Plattenspieler Tonarm rutscht
Plattenkiller statt Plattenspieler? PS-10 Plattenspieler Tonarm rutscht

Seit etlichen Jahren schon ist mein alter Thorens Plattenspieler ein Fall für den Abdecker und im August 2019 habe ich mir endlich einen Traum erfüllt und die Platten wieder aus dem Keller geholt. Da ich schon einen BLOCK V-120 Verstärker habe (TOP-SOUND!), fiel meine Wahl auf einen Plattenspieler PS-10 von BLOCK, natürlich in edlem Weiß.

Ich habe das Gerät direkt auf der Internetseite von BLOCK gekauft. Dort war das Gerät bis Anfang August ausverkauft und als es wieder lieferbar war, habe ich direkt zugeschlagen.
Mitte August kam das Gerät endlich per DHL ins Haus. Verpackung muss ich zugeben war sehr gut, das Gerät war absolut unbeschädigt und die Freude groß, als ich es auspackte und in Betrieb nahm.

Gerät 1: PS-10 Plattenspieler Tonarm rutscht

Das Aufstellen inklusive Riemen auflegen war anhand der Betriebsanleitung kein Problem und ging schnell zur Hand. Dann noch Gewicht aufgedreht, Tonarm in Waage gebracht und ein Auflagegewicht von 1,5g eingestellt (laut Spezifikation von BLOCK).

Und nun war es soweit: Dark Side of the Moon von Pink Floyd, seit über 10 Jahre im Keller vergraben, erblickte erneut das Licht der Welt!

Für 12 Minuten war alles gut, aber dann, am Ende des Stücks „Time“ ein infernalisches Rutschgeräusch und der Tonarm samt Nadel rutschte wieder Richtung Anfang der Platte. Ich habe mich zu Tode erschrocken und dachte, die Nadel wäre tot. Ich habe dann Nadel und das Auflagegewicht kontrolliert, aber alles war richtig eingestellt.

Aus irgendeinem Grund hatte der Tonarm des Plattenspielers einen starken Drall nach außen, ein richtiggehender Widerstand, ich habe einmal ein Video davon gemacht.

PS-10: Widerstand beim Abspielen führt zu unkontrolliertem Rutschen des Tonarms

Ich habe noch drei andere Platten ausprobiert und das Gerät dann bei BLOCK, Herr Gödecke reklamiert. Dieser hat sich tausendmal entschuldigt und mir angeboten, direkt ein neues Gerät zu schicken. Weiß war dann allerdings schon wieder vergriffen, also beschloss ich, es mit einem schwarzen zu versuchen. Ich bekam auch ein kostenloses Rücksendelabel für den ersten PS-10. Kann mal passieren, dachte ich, wenigstens guter Kundendienst.

BLOCK PS-10: „Mit dem PS-10 ist es uns gelungen, einen Plattenspieler mit hochwertiger Technik zum Einsteigerpreis zu bauen“

Quelle: Audioblock auf Facebook

Gerät 2

Zwei Tage später öffnete ich dann voller Vorfreude das nächste Paket von BLOCK. Um es kurz zu machen: Der Tonarmhalter war lose!

Plattenspieler PS-10: Tonarmhalter lose, leider 🙁

Zudem wies das Gerät Kratzer auf und die Verarbeitungsqualität war unterirdisch:

PS-10 Plattenspieler verbogenes Tonarmlager
Schlechte Verarbeitung des PS-10: Vom Plattentellerlager…
PS-10 Plattenspieler lose Erdungsschraube
…über die Schraube für Masse…
PS-10 Plattenspieler Gehäuseschaden
…bis zu den Cinch-Buchsen!

Also erneut reklamiert, mittlerweile nahm ich das ganze schon sportlich und dachte mir: Alle guten Dinge sind drei…

Gerät 3

Gerät Nummer Drei kam dann ganze 6 Tage später, laut Herrn Gödecke diesmal von der Fertigung von BLOCK penibel kontrolliert.

Der Tonarmhalter war diesmal festgeschraubt und bis ca. 0,5 cm vor Ende der Platte hat der Tonarm auch die Rille gehalten. Doch dann war es wieder da: Statt auszulaufen und zu stoppen rutschte der Arm wieder zurück, sogar bei einem noch höheren Auflagegewicht von knapp 2 Gramm!

Kein Halten, auch bei höherem Auflagegewicht nicht – die Beatles waren „not amused“

Ich war total frustriert und habe mir gedacht, jetzt schraube ich das Gehäuse einmal vorsichtig auf und schaue nach, was da wohl das Problem ist. Der Tonarm hatte offensichtlich mit einem Widerstand zu kämpfen und war nicht frei gelagert.

Nachdem ich das Gerät geöffnet hatte, war ich erst einmal sprachlos und habe mir das ganze 5 Minuten angeschaut. Für ein Gerät der 500€ Klasse schauten mich Materialien und Bausteine der Ramschklasse an.

Im geöffneten Zustand kann man sehen, wie die Signalleitungskabel am Tonarmhebel spannen und den Widerstand erzeugen, den der Tonarm irgenwann nicht mehr gegenhalten kann. Sobald die Kabel sich weit genug gedreht haben, zieht es den Arm nach außen. Das ganze ist lieblos auf der MDF-Platte (gepresste Pappe) montiert und der Motor sieht auch nicht gerade vertrauenserweckend aus.

Ich habe dann versucht, die Rückseite wieder festzuschrauben, leider hielten die Schrauben in der Pappe dann nicht mehr, so dass ich das Gerät letztlich nicht zurückschicken konnte. Ich habe den Hebelarm ausgebaut und versucht die Kabel spannungsfrei zu legen, jetzt läuft das Gerät so leidlich, nichts desto trotz ist der Preis für ein solches Gerät Wucher.

Es ist mir absolut schleierhaft, wie so ein Gerät so einen guten Test oder diesen hier einfahren kann: Spitzenklasse ist in meinen Augen anders…